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Energieeffizienz-Netzwerke

Poster_Industrie_300Um die Energieeffizienz in der Industrie und im Gewerbe zu erhöhen, werden von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE GmbH) Energieeffizienz-Netzwerke initiiert. Als Projektpartner in einzelnen Netzwerken unterstützt die Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern das Vorhaben.

Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Monatzeder der Landeshauptstadt München ist das Netzwerk München-Oberbayern im Januar 2010 mit dem ersten Energieeffizienztisch gestartet. Das zweite Netzwerk Südbayern konnte im März 2011 gegründet werden. Im April 2012 fand die Auftaktveranstaltung des ersten Energieeffizienz-Netzwerkes in Österreich (EEN Vorarlberg) statt. Zudem wird die FfE GmbH als energietechnischer Berater im Netzwerk Chiemgau-Rupertiwinkel fungieren. Aktuell initiiert die FfE gerade mit der Bayerngas GmbH ein weiteres Netzwerk.

Die Energieeffizienz-Netzwerke verstehen sich als Kooperationsangebot und Vernetzungsplattform für die Wirtschaft. Grundlage der angestrebten Energiekosten- und CO2-Senkung bildet ein in den letzten Jahren entwickeltes und erprobtes Netzwerk-Managementsystem (®LEEN), das seit fünf Jahren in ca. 30 Netzwerken in Deutschland erfolgreich angewandt wurde.

An den Netzwerken nehmen zwischen zehn und 15 Unternehmen aus verschiedenen Branchen und unterschiedlicher Größe mit Energiekosten von mindestens 150.000 EUR pro Jahr teil.

Hauptziel der ®LEEN-zertifizierten Netzwerke ist es, rentable betriebliche Energieeinsparpotenziale aufzudecken und umzusetzen und damit gleichzeitig Kosten zu sparen und den Klimaschutz zu fördern. Dazu tragen neben einer professionellen, umfassenden Initialberatung (Phase 1, siehe Abbildung 1) insbesondere der praxisorientierte Erfahrungsaustausch der teilnehmenden Unternehmen und die regelmäßigen Expertenvorträge zu zentralen Technologiethemen bei.

Die individuelle Initialberatung wird innerhalb der ersten sieben bis zehn Monate (Phase 1) für jeden Teilnehmer durch Ingenieure der FfE GmbH durchgeführt und schließt mit einem Initialberatungsbericht ab. In diesem werden die wichtigsten strukturellen und energetischen Daten des Unternehmens beschrieben und alle bewerteten Maßnahmen mit ihren wichtigen Eckdaten (Höhe des Einsparpotenzials, Investitionssumme, Wirtschaftlichkeit der Maßnahme) festgehalten. Ziel ist es, über die Initialberatung die wirtschaftlichen Energieeinsparpotenziale der Teilnehmer zu identifizieren.

Auf Basis der Ergebnisse der Beratungsberichte treffen die Netzwerke am Ende der Phase 1 eine gemeinsame freiwillige Zielvereinbarung zur Energie- und CO2-Einsparung, die bis zum Ende der Netzwerklaufzeit erreicht werden soll.

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Abbildung 1: Ablauf eines ®LEEN zertifizierten Energieeffizienz-Netzwerks (EEN)

Während der sogenannten Energieeffizienztische (Phase 2, siehe Abbildung 1), die jeweils bei einem der Teilnehmer stattfinden, werden unter professioneller Moderation Erfahrungen zwischen den Teilnehmern ausgetauscht und relevante Technologiethemen (z.B: Druckluft, Klimatisierung, Wärmerückgewinnung oder Beleuchtung) durch Experten vorgestellt. Teil der Treffen ist auch ein Betriebsrundgang, der den Teilnehmern die jeweilige Situation verdeutlicht. Sobald im Laufe der Phase 2 einzelne Maßnahmen umgesetzt sind, werden sie auch als Erfahrungsberichte vorgestellt. Durch diese beiden Elemente (Fachvorträge, Erfahrungsaustausch) erhalten die Teilnehmer praxisrelevante und aktuelle Informationen, die ihren Entscheidungsprozess zu Energiesparmaßnahmen unterstützen.

Die Netzwerke gehen über die übliche Energieberatung hinaus. Die geringen Kosten der Informationsbeschaffung machen diese Vorgehensweise für mittelständische Unternehmen interessant. Die Kosten werden durch den Erfahrungsaustausch und die kundenorientierten Expertenvorträge erheblich vermindert.

Um die Erfolge zu bestimmen und die gemeinsame Zielfestlegung zu prüfen, findet in der Phase 2 ein jährliches Monitoring statt, das die Summe aller Effizienz- und CO2-Minderungsmaßnahmen ermittelt und bewertet. Dazu finden eine Top-down- und eine Bottom-up-Analyse statt. In der Top-down-Betrachtung wird der Gesamtenergieverbrauch auf Produktionszahlen bezogen. Daraus wird eine Energieeffizienzsteigerung berechnet. Parallel werden im Bottom-up-Monitoring die Einsparungen durch die im letzten Jahr umgesetzten Maßnahmen ermittelt und daraus ebenso eine Energieeffizienzsteigerung errechnet.

Auf Wunsch findet ein Abschlussworkshop statt, auf dem die Ergebnisse öffentlichkeitswirksam vorgestellt werden, und die Teilnehmer festlegen, ob sie das Netzwerk weiterführen möchten. Bisherige Erfahrungen mit solchen Netzwerken bei Modell Hohenlohe, EnBW und in der Schweiz haben gezeigt, dass eine Energieeffizienzsteigerung von mindestens 2 % pro Jahr sicher erreicht wird. Da nur wirtschaftliche Maßnahmen umgesetzt werden, ergibt sich durch die Energieeinsparungen ein Gewinn von durchschnittlich 10 bis 20 EUR pro eingesparter Tonne CO2.

Die Netzwerke München-Oberbayern, Südbayern und Chiemgau-Rupertiwinkel sind Teil der 30 Pilot-Netzwerke, die seitens des Bundesumweltministeriums gefördert und wissenschaftlich begleitet werden.

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IHK-Logo BMU-Logo

Weitere Informationen finden Sie unter www.leen-system.de und unter www.30pilot-netzwerke.de.

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        Sie interessieren sich näher für dieses Thema? Sprechen Sie uns an:

        Dipl.-Ing. (FH) Anna Gruber, Dipl.-Ing. Christian Fieger


        Ansprechpartner:
        Dipl.-Ing. Thomas Gobmaier, Dipl.-Ing. (FH) Anna Gruber, Dipl.-Ing. Christian Fieger