Klimaneutrale Wärmeversorgung in München 2035

Zur Minderung des Klimawandels wurden in den vergangenen Jahren sowohl auf internationaler als auch nationaler Ebene Ziele zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen gesetzt. Die Landeshauptstadt München versteht sich hierbei als Vorreiter und hat bereits im Jahr 2017 das Ziel festgelegt, die energiebedingten Treibhausgasemissionen der Stadt bis zum Jahr 2050 auf 0,3 Tonnen CO2 pro Einwohner und Jahr zu reduzieren. Nun möchte die Landeshauptstadt bereits 2035 klimaneutral werden. Die Vollversammlung des Stadtrats hat am 18. Dezember 2019 beschlossen, bis 2035 bilanzielle Klimaneutralität der gesamten Stadt München zu erreichen. In diesem Zusammenhang erteilte der Stadtrat im November 2019 den Auftrag, zu untersuchen, wie die Wärmeversorgung Münchens bis spätestens 2035 auf erneuerbare Energien umgestellt und damit klimaneutral werden kann.

Nachdem in den letzten Jahren bereits große Anstrengungen zur Entwicklung von Konzepten für eine stromseitig klimaneutrale Versorgung der Stadt unternommen wurden, liegt nun ein besonderes Augenmerk auf der Wärmeversorgung. In vorhergehenden Studien hat sich gezeigt, dass die Erreichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung besonders hohe Herausforderungen mit sich bringt. Um diese zu meistern, soll in der Studie „Klimaneutrale Wärme in München“ ermittelt werden, mit welchen technischen Lösungen und zu welchen Kosten die Wärmeversorgung in München so rasch wie möglich auf erneuerbare Energien umgestellt und vollständig klimaneutral gestellt werden kann. Die Bearbeitung des Projektes erfolgt in Kooperation mit dem Öko-Institut.

Ein Überblick über die betrachteten Arbeitsschritte des Projektes ist in Abbildung 1 dargestellt:

Projektarbeitsschritte Klimaneutrale Waerme Muenchen

Abbildung 1: Darstellung der Arbeitspakete im Projekt „Klimaneutrale Wärmeversorgung in München 2035“

Zunächst wird die aktuelle Struktur sowie die erwartete Entwicklung des Münchener Wohngebäudebestandes hinsichtlich des bauphysikalischen Zustands, der Wärmeversorgungstechnik und des Wärmeverbrauchs strukturiert. Danach werden die Potenziale sowohl erzeugungs- als auch infrastrukturseitiger Lösungsbausteine ermittelt sowie deren jeweilige CO2-Verminderungskosten abgeleitet.

Basierend auf diesen Grundlagendaten werden dann Szenarien erarbeitet, mit welchen in dem Zeitraum bis 2035 Klimaneutralität erreicht werden kann und welche Kosten hierfür zu erwarten sind. Hierbei wird einbezogen, dass das übergeordnete Ziel einer möglichst kosteneffizienten Umstellung der Wärme auch durch die Minimierung von potenziell gestrandeten Investitionen erreicht werden soll. Gestrandete Investitionen könnten beispielsweise durch Maßnahmen entstehen, die schnelle Erfolge versprechen jedoch langfristig nicht in das Gesamtkonzept der Versorgung passen.

Betrachtet wird die Transformation sowohl der Fernwärme, u.a. durch die weitere Erschließung der Tiefengeothermie, als auch der dezentralen Erzeugungsstruktur zur klimaneutralen Wärmeversorgung.

Um alle relevanten Stakeholder in den Prozess mit einzubeziehen und dadurch die Umsetzung der resultierenden Handlungsempfehlungen möglichst bereits zu unterstützen, ist in der Erarbeitung der Studie eine enge Kooperation mit der Auftraggeberin Stadtwerke München sowie der Landeshauptstadt München angestrebt.

 

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